Wie geht es nun weiter?

Ihre Einschätzung der Arbeitssituation kann zusätzlich durch betriebswirtschaftlich ausgerichtete Kennzahlen bestätigt werden. Dabei können Sie auf Daten der Personalverwaltung wie die Anzahl der Arbeitsunfälle, Fluktuation, Gesundheitsstatistiken,  Anzahl der Fälle des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) etc. zurückgreifen.

Bilden Sie ein Team!

Um die Gefährdungsbeurteilung effektiv und effizient durchzuführen, empfehlen wir, zunächst die Verantwortlichkeiten in Ihrer Einrichtung festzulegen. Erste Ansprechpartner bei jeder Gefährdungsbeurteilung sind die Führungskräfte. Es ist nicht zielführend und nach dem Arbeitsschutzgesetz auch nicht vorgesehen, dass jeder Beschäftigte eine eigene Gefährdungsbeurteilung seines Arbeitsplatzes durchführt!

Sinnvoll ist die Einrichtung eines Gremiums, welches sich um die Durchführung, aber auch um die anschließende Evaluation der Gefährdungsbeurteilung kümmert. 

Zudem gibt es in Ihrem Betrieb zahlreiche Experten, auf deren Wissen Sie unbedingt zurückgreifen sollten. Binden Sie Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit und Ihren betriebsärztlichen Dienst mit ein! Sie sind bereits mit der Vorgehensweise einer klassischen Gefährdungsbeurteilung vertraut und können Ihnen wertvolle Hinweise geben, welche Arbeitsbereiche oder Tätigkeiten besonders von negativen Beanspruchungen betroffen sind.

Um die Akzeptanz im Betrieb zu erhöhen, sollten auch der Personal-/Betriebsrat – dieser hat  im Arbeits- und Gesundheitsschutz Mitbestimmungsrechte - und der Verantwortliche für den Datenschutz an dem Prozess beteiligt werden.

Sehr empfehlenswert ist es, die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung als ergänzendes Instrument für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) zu nutzen. Hierbei sollte eine Verzahnung der bereits vorhanden Gremien/ Strukturen stattfinden, z.B. den Verantwortlichen des BGM, des betrieblichen Eingliederungsmanagements und des Qualitätsmanagements.

Sind alle wichtigen Gremien und Personen in die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung involviert, können sie gemeinsam mit dem ersten der 7 Schritte der Gefährdungsbeurteilung beginnen.